V O N D I E T E
R S A L Z M A N N
HESSISCH LICHTENAU. Der Transport
übergroßer Güter erweist sich bisweilen als mindestens genauso
schwierig wie der Bau dieser Produkte selbst. Da werden auch breite
Straßen schmal und weite Kurven eng. Die direkte Route klappt fast
nie, also „von hinten durch die Brust ins Auge“. Große Umwege sind
die Regel. „Eines unserer großen Probleme sind Brücken“, sagt
Joachim Kraus, Prokurist und Vertriebsleiter bei Richter
Maschinenbau in Hessisch Lichtenau. Gerade auf der A 44 Richtung
Ruhrgebiet seien viele Brücken den übergroßen Lasten von
Schwertransporten nicht mehr gewachsen. „Wir müssen regelmäßig über
Frankfurt fahren“, so Kraus. Einen Strich durch Transportpläne
können auch Baustellen machen. Kraus: „Wir bauen gerade Großteile
für einen belgischen Kunden. Wenn die nicht bis zu einem bestimmten
Tag auf der Straße sind, heißt das wegen einer Baustelle 13 Wochen
Wartezeit.“
Überhaupt nichts ging im
vergangenen Jahr zunächst beim Transport einer 240 Tonnen schweren
Pipelinerohr- Presse nach Russland. Denn, so Firmenchef Axel
Richter, „es gab keinen Weg, der diese schwere Last durchgängig
tragen konnte. Wir fürchteten schon, das Stück verschrotten zu
müssen“. Da sei der Spediteur auf die Idee gekommen, den Koloss auf
die Weser zu verfrachten. Der Hafen von Hannoversch Münden, die Weser-Umschlagstelle,
bot sich an. Zunächst provisorisch hergerichtet, wird sie jetzt
auf Firmenkosten für den regulären Betrieb instand gesetzt. Damit
schreibt das Unternehmen Schifffahrtsgeschichte. Denn der
Warentransport auf der Oberweser war in den 80er Jahren eingestellt
worden.
Quelle: Werra Rundschau