Letzter Schiffstransport der Firma Richter in
diesem Jahr verlief reibungslos:
Ein Gussteil für die USA
Hann. Münden. Nach einem längeren Wendemanöver
am Weserstein nahm das Güterschiff Heide-Luise am Mittwoch Mittag
Fahrt auf. Beladen war das Schiff, das Kapitän Walter Schulte
steuerte, mit kostbarer Fracht: ein 210 Tonnen schweres Gussteil
der Firma Richter AG aus Hess. Lichtenau, die auf Anlagen- und
Maschinenbau spezialisiert ist.
Das Gussteil ist für eine Schmiedepresse eines
Kunden in den USA bestimmt. Vier Tage ist "Heide-Luise" unterwegs
bis Bremen, von dort tritt die Fracht die Schiffsreise in die
Staaten an.
Das mittelständische Unternehmen mit seinen 205
Beschäftigten hat mit seinen Verladeaktionen den alten Weserhafen
in Hann. Münden wiederbelebt. Unternehmer Axel Richter denkt sogar
daran, in einen Portalkran zu investieren.
Die Verladung gestern klappte wie am Schnürchen.
Ende August war beim Verladen einer 200-Tonnen-Fracht ein Stahlseil
gerissen. Gestern hielt der Stahl. Die Kranführer Eugen Sdzuj und
Erich Mischatz hoben mit den beiden 500-Tonnen-Kränen die Fracht
zentimetergenau in den Bauch des Schiffes, eines Flachgängers. Das
ist ein Schiffstyp, der auch bei niedrigem Wasserstand noch fahren
kann. (kri)
Firma Richter plant 2009 weitere
Schiffstransporte
"Die Auftragslage ist gut. Wir planen im nächsten
Jahr etwa zehn Transporte mit dem Schiff". Das sagte der Firmenchef
Axel Richter gestern im Gespräch mit der HNA.
24 Teile will Richter im neuen Jahr an Kunden
ausliefern. Um die Produktpalette zu erweitern, habe man fünf
Millionen Euro in eine neue Karussell-Drehbank investiert,
erläuterte der Unternehmer. Um beim Schiffstransport künftig
unabhängig zu sein von der Zugabe von Wasser aus dem Edersee, werde
die Firma extrem flach gehende Schubverbände (Schubschiff mit
Leichter) mit dem Transport beauftragen: "Wir haben mit Reedereien
gesprochen, die interessiert sind".
Richter betonte, der Transportweg über die
Wasserstraße sei für die Firma die einzige Möglichkeit, die
superschwere Fracht zum Kunden zu bringen. Daher sei man in enger
Abstimmung mit der Stadt und dem Wasser- und Schifffahrtsamt. Jörg
Hartung, stellvertretender Geschäftsführer der städtischen
Wirtschaftsförderungsgesellschaft sagte, vorgesehen sei im neuen
Jahr, die Umschlagstelle auf der ganzen Länge standsicher
auszubauen. (kri)
Quelle: HNA Münden