Startseite Richter Maschinenfabrik AGSeite HNA Witzenhausen 19. Juni 2009 zu den Favoriten hinzufügenSeite weiter empfehlenSeite drucken

Drei Riesen gehen auf die Reise

Vor dem Schwertransport kontrollieren Fachleute die Fahrzeuge auf ihre Verkehrssicherheit

Von Helmut Krischmann

Hann. Münden. "Hier, ein minikleiner Nagel", ruft der Polizist bei der Kontrolle eines der Lkw-Reifen. Sie gehören zu einem 48 Meter Anhänger, den sechs Fachleute der niedersächsischen und der hessischen Polizei auf dem ehemaligen Wasserübungsplatz in Gimte sehr sorgfältig unter die Lupe nehmen. Und das ist gut so. Denn der 24-Achsen-Anhänger und die beiden anderen Hänger werden am kommenden Samstag eine enorm schwere Last tragen müssen. Es sind drei Gussteile, jedes wiegt über 200 Tonnen, die in Hann. Münden auf drei Tieflader verladen werden und vom Weserhafen über die B 80, die Autobahn 7 und die B 7 zur Maschinenbaufirma Richter in Hess. Lichtenau befördert werden.

Last auf viele Achsen verteilt

"Drei Schwertransporte dieser Art, das ist außergewöhnlich", sagt Lutz Schulz. Der Oberkommissar von der Polizeidirektion Hannover ist einer der Experten, die die technische Sicherheit der Fahrzeuge prüfen. "Wir kontrollieren Bremsen, Reifen, Zugverbindung, Achslasten und das Gesamtgewicht." Später kommen die Tieflader auf die Waage. Experten wiegen die Anhänger - mit und ohne Beladung.

Das alles ist notwendig, um sicherzugehen, dass der Konvoi nicht zu schwer wird für die Werratalbrücke der A 7. Um die Radlast zu verringern, erläutert Schulz, werde ein 22-Achsen-Anhänger vor dem Überqueren der Brücke um zwölf auf 34 Achsen erweitert.

Haben die Kontrolleure die Transportfahrzeuge für verkehrssicher befunden, können sie vom Wasserübungsplatz zur Umschlagstelle fahren. Dort warten die Spezialkräne, um die Gussteile auf die Ladefläche des Anhängers zu hieven.

Axel Richter, Chef der Maschinenbaufirma, wird am Samstag beim Transport dabei sein. Er und Prokurist Joachim Kraus werden durchatmen, wenn alles glatt über die Bühne gegangen ist. Der logistische Aufwand ist sehr hoch. Zwei Schubleichter aus Polen brachten die Fracht vom Duisburger Hafen nach Hann. Münden. Diese Schiffe orderte die Firma Richter, damit aus der Edertalsperre nicht extra Wasser abgegeben werden muss. Die flachgehenden Schubleichter können nämlich auch bei niedrigem Wasserstand - etwa einem Meter - noch fahren. Der Wasserweg ist nicht das Problem, aber der auf der Straße. Über 100 000 Euro, so Richter, habe die Firma ausgeben müssen, um die Statik der Brücken zu berechnen, die beim Transport überquert werden.

Um Kosten zu sparen, überlegt der Unternehmer, die Fracht auf dem Wasserweg bis nach Kassel zu bringen. "Es gibt erste Voruntersuchungen", sagt Richter. Der Vorteil wäre, der restliche Weg über die Straße wäre kürzer. Vom Kasseler Hafen ginge es über die B 7 nach Hess. Lichtenau. Doch das ist Zukunftsmusik.

Der nächste Transport eines 300-Tonnen-Gussteils ist bereits für Anfang bis Mitte September eingeplant. Bis alle Teile, die für die Schmiedepresse der Firma Saarschmiede in Völklingen gebraucht werden, bearbeitet sind.

Quelle: HNA Lossetal vom 19. Juni 2009, www.hna.de


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Fotos zum Transport

Kontrolle der Reifen
Kontrolle der Reifen
Am Haken
Am Haken
48 Meter langer Anhänger
48 Meter langer Anhänger

Technische Daten

  1. 1 Gussteil mit den Abmessungen
    7,84 x 5,69 x 2,5 m
    Gewicht ca. 249 Tonnen
     
  2. 1 Gussteil mit den Abmessungen
    8,74 x 3,8 x 2,0 m
    Gewicht ca. 210 Tonnen
     
  3. 1 Gussteil mit den Abmessungen
    10,0 x 2,20 x 2,80 m
    Gewicht ca. 245 Tonnen

Bildmaterial

Aktualisiert am 25.06.2009