Startseite Richter Maschinenfabrik AGSeite HNA vom 08.10.2007 zum Thema: 240 Tonnen auf 24 Achsen zu den Favoriten hinzufügenSeite weiter empfehlenSeite drucken

Ein kolossaler Abgang

Premiere für die Zuschauer und für die Gimter Anlegestelle am ehemaligen Wasserübungsplatz der Bundeswehr: Arbeiter der holländischen Wassertransportfirma >Van der Wees< fügen das letzte Teil der Rampe für die Verladung des Kolosses zusammen. (Fotos: Hattenbach)
Premiere für die Zuschauer und für die Gimter Anlegestelle am ehemaligen Wasserübungsplatz der Bundeswehr: Arbeiter der holländischen Wassertransportfirma >Van der Wees< fügen das letzte Teil der Rampe für die Verladung des Kolosses zusammen. (Fotos: Hattenbach)

Nach über vier Stunden legte das Pontonboot
mit dem 240-Tonnen-Bauteil in Gimt ab

Hessisch Lichtenau / Gimte. Die Zugmaschine schnauft, die Metallrampe quietscht, der Koloss rollt. Es ist 18.15 Uhr am Samstag. Das 240-Tonnen-Bauteil der Maschinenfabrik Richter schiebt sich langsam auf das Pontonboot. Hergestellt in Hessisch Lichtenau (siehe Hintergrund links oben) geht es jetzt endgültig auf die Reise nach Russland.
Die Strömung der Weser ist stark und die Rampe verschiebt sich bereits ein wenig. Der große und der kleine Schlepper, die das Ponton um 15.40 Uhr an die Gimter Anlegestelle brachten, schieben, was das Zeug hält. Noch ist es nicht geschafft, die Männer in braunen und blauen Overalls winken kräftig mit den Armen und geben Kommandos. „Langsam, langsam - weiter, weiter.“
Etwa hundert Schaulustige, Hobbyfotografen und ehemalige Pioniere haben sich an der Anlegestelle versammelt. „Fast wie zu Bundeswehrzeiten“, ruft einer der Veteran.
Auf 96 Rädern bewegt sich der Koloss immer weiter. „Wir machen hier nichts schnell, sonst fällt etwas ab oder jemand verletzt sich“, sagt der Transport-Projektleiter Burkhard Sterz. Obwohl die Rampen bereits tonnenweise Fracht über sich ergehen lassen mussten, biegen sie sich leicht. Die Räder unter dem Koloss drücken Spurrinnen in das Metall.
Nach zehn Minuten klatschen viele Applaus. Es ist geschafft - der Koloss ist auf dem Ponton. Lange haben die vielen Zuschauer auf diesen Moment gewartet. Die meisten kamen bereits um 14 Uhr.
Zu dieser Uhrzeit wurde das Ponton an der Anlegestelle am ehemaligen Wasserübungsplatz der Bundeswehr erwartet. Doch es kam nicht. Die Leute harrten bei Grillwürstchen und Kuchen aus. Axel Richter, Vorstand der gleichnamigen Maschinenfabrik, hatte alles für die Leute arrangiert und ließ es sich nicht nehmen, an seinem Geburtstag die Verladung „seines“ Kolosses vor Ort mitzuerleben. „Das ist eben eine besondere Nummer“. 
Als das Ponton dann endlich in Gimte eintraf, brauchte es mehrere Ansätze, um den richtigen Winkel an die Anlegestelle zu treffen. Ein Kran setzte anschließend die Rampen auf und nach weiteren anderthalb Stunden war der Koloss abfahrbereit. Am Mittwochnachmittag ist der zweite 240-Tonner dran.

Quelle: HNA vom 08.10.2007 (Pierre Hattenbach)


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Zwei Augen auf 96 Räder

Zwei Augen auf 96 Räder: Verlade-Leiter Jan Strijdhorst beobachtet jeden Zentimeter, den der Koloss nach vorne rollt.

Zwei Augen auf 96 Räder: Verlade-Leiter Jan Strijdhorst beobachtet jeden Zentimeter, den der Koloss nach vorne rollt.

Hintergrund

Der Großauftrag für ein Schwergewicht

Der Bau von zwei Teilen für eine Rohr-Maschine war bisher der größte Auftrag für die Maschinenfabrik Richter. Die russische Firma Vyksa hatte die Teile bestellt. Gut ein Jahr lang hatte die Maschinenfabrik in Hessisch Lichtenau an den zwei 240-Tonnen-Bauteilen geschweißt, bis sie für den Transport fertig waren.
1. und 3. Oktober: Die Kolosse verlassen die Maschinenfabrik mit Polizeieskorte.
2. und 4. Oktober: Ankunft an der Anlegestelle in Gimte.
Samstag, 6. Oktober: Eines der zwei 240-Tonnen-Teile wird auf ein Ponton verladen. In Rotterdam wartet bereits ein Seeschiff zum Weitertransport nach Sankt Petersburg. Die Anlegestelle in Gimte will die Maschinenfabrik nun auch in Zukunft nutzen. Aufträge liegen Ihnen bereits vor.

Aktualisiert am 10.03.2009