In der Nacht zu Sonntag wälzt sich ein riesiger Schwertransport
durch die Region
Kassel / Hann. Münden. Die Vorbereitungen laufen seit
Monaten, der Ablauf muss minutiös und exakt über die Bühne gehen:
In der Nacht zu Sonntag wird zwischen Hann. Münden und Hessisch
Lichtenau ein Schwertransport fahren, der in Größe und Gewicht
alles bisher da gewesene sprengt.
Allein die Planung kostete 100 000 Euro, der Transport schlägt
mit 80 000 Euro zu Buche, Sicherungsmaßnahmen mit 50 000
Euro.
Die Speditionen Kübler aus Schwäbisch-Hall-Gelbingen und Bohnet aus
Kirchdorf transportieren drei gigantische Gussteile, die zunächst
per Schiff auf der Weser bis Hann. Münden gebracht wurden, zur
weiteren Bearbeitung zur Maschinenfabrik Richter in Hessisch
Lichtenau.
Dazu werden drei Tieflader eingesetzt, die Gußteile wiegen 250,
245 und 210 Tonnen. Die vier Brücken im Zuge der Autobahn 7
zwischen Münden und Kassel können nicht mit den bisher eingesetzten
drei Meter breiten Schwertransportern passiert werden, da dies aus
statischen Gründen nicht genehmigt werden würde. Die Einsturzgefahr
wäre zu hoch. Deshalb wird das Gewicht in die Breite verteilt. Der
Transporter mit dem schwersten Teil wird so umgebaut, dass er zehn
Meter breit ist. Der Zeitplan für die Monstertour:
- Samstag 17 Uhr: Die schwere Fuhre beginnt am
Mündener Hafen, wo bereits die Last vom Schiff auf die Transporter
umgeladen wurde. Die Tieflader fahren zunächst 500 Meter bis zur
Bundesstraße 80. Von dort geht es weiter zur Auffahrt Hedemünden
der A 7.
- 20 Uhr: Die Tieflader werden auf zehn Meter
Breite umgebaut.
- 21.30 Uhr: Der Transport fährt auf die
Autobahn. Vier Brücken, darunter die 600 Meter lange
Werratalbrücke, muss er passieren. Nach dieser Brücke wird den
Fahrern eine Meisterleistung abverlangt. Um die 8-prozentige
Steigung hinter der Werratalbrücke zu meistern, muss der zehn Meter
breite Koloss von drei Zugmaschinen vorn gezogen werden, die
nebeneinander fahren. Eine weitere Maschine schiebt von hinten.
Zwischen Lutterberg und Kassel-Ost wird der Zug von zehn Metern
wieder auf eine Breite von drei Metern zurückgebaut.
- 01.30 Uhr: Der Schwertransport verlässt die
Autobahn zur B 7. Da dies über die normale Ausfahrt Kassel-Ost
nicht möglich ist, wird die Gegenspur der Autobahn, die Richtung
Norden führt, überquert. Der Abschnitt wird dafür komplett
gesperrt.
- 02.30 Uhr: Die Tieflader fahren auf der B 7
und der alten B 7 Richtung Hessisch Lichtenau. Die Firma Richter
erreichen sie zwischen 6 und 10 Uhr. Die A 7 wird während des
Transports zwischen Hedemünden und Lutterberg voll gesperrt.
Zwischen 22 und 1 Uhr wird auch Richtung Norden gesperrt. Zwischen
Lutterberg und Kassel-Ost werden die mittlere und die linke Spur
für den Transport reserviert. Die Bundesstraße 7 muss in beiden
Richtungen gesperrt werden, dies aber nicht komplett, sondern
jeweils in den Abschnitten, auf denen der Transport rollt.
Voraussichtlich Mitte August gibt es die gleiche Fuhre noch
einmal in Gegenrichtung. Die Gussteile werden dann zurück zur Weser
transportiert und gehen von dort per Schiff zur Firma Saarschmiede
in Völklingen an der Saar. Die Teile sind für die größte
Schmiedepresse Europas bestimmt. Gepresst werden unter anderem
Wellen für Gas- und Dampfturbinen.
Die HNA informiert
Sie ab Samstagabend bis in die Nacht online über den Transport. Ab
Sonntagmittag gibt es ein Video.
Quelle: HNA Kassel vom
19. Juni 2009, www.hna.de